Ziel
des
Forschungsprojekts PowerACE ist es, ein realistisches agentenbasiertes
Simulationsmodell des deutschen Elektrizitätssystems zu
erstellen.
Hierbei wird die kurzfristige Perspektive des täglichen
Handels
mit Strom verbunden mit
langfristigen Investitionsentscheidungen im
Kraftwerksbereich. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den
Auswirkungen des Emissionshandels und des verstärkten
Einsatzes erneuerbarer Energien auf Märkte und
Kraftwerksstrukturen.
Mit dem Einsatz agentenbasierter
Simulationen
bedienen wir uns eines methodisch neuen Konzeptes zur Marktsimulation,
welches es ermöglicht, verschiedene Aspekte realistisch
abzubilden, die die Situation in der heutigen
Elektrizitätswirtschaft charakterisieren:
- Strategisches Handeln der Akteure
- Lernen aus dem Handelserfolg in
täglich wiederholten Auktionen
- Wechselwirkungen zwischen mehreren
zusammenhängenden Märkten (z.B. Day-Ahead Markt,
Märkte
für Regelenergie, Emissionsmärkte etc.)
Die Methodik der agentenbasierten Simulation
greift gleichermaßen auf Konzepte der Informatik und der
Wirtschaftswissenschaften zu. Agenten können mit
Lernalgorithmen
ausgestattet sein, die es ihnen erlauben, ihre Strategien auf Basis der
im Handel gewonnenen Erfahrungen zu optimieren. Diese Herangehensweise
bietet einen Erfolg versprechenden Ansatz zur Analyse komplexer
dynamischer Phänomene mit dezentral verteilten
Problemlösungsprozessen. Verglichen mit zentralen
Optimierungsmodellen lassen agentenbasierte Simulationen
realitätsnähere Ergebnisse erwarten, da
akteursspezifisches
Verhalten sowie dynamische Anpassung der Strategien durch die
Akteure explizit repräsentiert werden.
Gezielte Simulationsläufe sollen
dazu beitragen, ein besseres Verständnis für die
Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Akteuren und verschiedenen
Märkten im Strom- und Zertifikatehandel zu bekommen. Die
gewonnenen Erkenntnisse können dazu genutzt werden,
Handlungsempfehlungen zur optimalen Gestaltung der Rahmenbedingungen in
der Elektrizitätswirtschaft abzuleiten.
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